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Märchenstunde Fachkräftemangel - Geschichte anno 2018

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 26.12.2018, 20:03 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 4980x gelesen
Einwanderung soll die Lösung sein
Einwanderung soll die Lösung sein  Bild: Uwe Hildebrandt

Göttingen [ENA] Seit Jahren geistert die Mär vom angeblichen Fachkräftemangel durch die Medien, unterstützt von verschiedenen Lobbyistenverbänden, angeblichen Fachleuten, hochdotierten Personen, Politikern und Statistikdeutern, die den Bürgern suggerieren, daß wir schon jetzt und ein ein paar Jahren so dramatisch

Fachkräfte brauchen, das das Land quasi dem Untergang geweiht ist, wenn man hier nicht mit allen Mitteln gegensteuert. Begründet wird diese Misere durch die Altersstruktur der Bevölkerung, immer mehr Arbeitnehmer gehen in Rente. Was für eine Überraschung für alle: Seit Jahrzehnten weiß jeder, das 1960 – 1965 die geburtenstarke Jahrgänge waren und das diese Arbeitnehmer natürlich auch mal in Rente gehen werden und dadurch mehr Arbeitnehmer gebraucht werden als sonst. Diese Weissheit ist nicht neu, sie wurde nur lange ignoriert um jetzt eine Dramaturgie aufzubauen, die allerdings völlig aus der Luft gegriffen ist.

Es wird versucht bei der Bevölkerung durch Wiederholung eine Akzeptanz zu erreichen, und ohne das zu prüfen glauben viele Bürger inzwischen an den gepriesenen Fachkräftemangel, ohne überhaupt zu wissen, was die Wirtschaft und Politiker damit sagen wollen. Um mal wieder Aufklärungsarbeit zu leisten, die hier in Deutschland teils hoffnungslos ist, Fachkräftemangel heisst NICHT, das es für einen Beruf nicht genug Arbeitskräfte sprich Fachkräfte gibt, sondern die Anzahl der Bewerber auf bestimmte Berufe hat mehr oder weniger stark abgenommen.

Beispiel: Auf einen Posten haben sich vor 6 Jahren 100 Bewerber gemeldet, heute nur noch 30 Bewerber. Das nennt sich dann Fachkräftemangel, weil die Auswahl der Bewerber stark abgenommen hat. Jetzt hört man gerade auch von Wirtschaftsvertretern, in bestimmten Berufsgruppen können nicht genug Stellen besetzt werden, es seien keine Fachkräfte da. Ach nee, wie kommt das denn ? Jeder, der Stellenanzeigen von Betrieben der letzten Jahre liest, wird feststellen, das auch für einfache Jobs und niedrig bezahlte Stellen immer mehr Anforderungen gestellt werden, höhere Bildung, mehr Vorkenntnisse, Berufserfahrung, Studium usw.

Das durch erhöhte Anforderungen die Anzahl der Bewerber sinkt, ist doch logisch. Gegen die Aussage der Vertreter des angeblichen Fachkräftemangel steht zudem die permanente Zunahme von Studenten, die doch alle hochqualifiziert sind, nie war die Zahl so hoch. Der dritte Punkt, den Sie nie bei den Diskussionen um den Fachkräftemangel hören, ist der der Weiterqualifizierung von Arbeitslosen. Nanu, angeblich besteht schon seit Jahren ein Mangel in bestimmten Berufen, wir haben auf der anderen Seite Millionen von Arbeitslosen, sind die alle dumm oder warum hat sich die Wirtschaft nicht schon lange angewöhnt, aus dem großen Pulk der Arbeitslosen neue Fachkräfte zu gewinnen ?

Dann ist als Gegenargument zu hören: Wir brauchen die Fachkräfte jetzt, eine Neu-/Ausbildung dauert mehrere Jahre. Ach nee, wie lange ist denn schon bekannt, das es angebliche Fachkräftemangel gibt, seit wann weiß man denn wann wieviel Arbeitnehmer in Rente gehen, und das Beste kommt jetzt: Angeblich sollten ja diese fehlenden Fachkräfte durch Anwerbung im europäischen Ausland mit Plakaten und Gehaltsversprechen angelockt werden, das hat aber nicht so recht geklappt, jetzt werden die hochgebildeten Fachkräfte unter den Flüchtlingen und Migranten gesucht und seltsamerweise auch gefunden, deshalb wurde ja auch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz verabschiedet.

Darunter sind ja offensichtlich all die vielen Fachkräfte, die hier sofort eingesetzt werden können. 2015 war aber noch die Rede davon, es würde bis zu 5 Jahre dauern, bis die Flüchtlinge alle Schulungen, Kurse, Sprachkenntnisse usw. erworben haben, um hier in der Wirtschaft profitabel zu arbeiten. Wenn die Ausbildung der Flüchtlinge dann doch so lange dauert, warum bildet man nicht aus dem Heer der Arbeitslosen aus ? Diese Frage beantwortet die Wirtschaft nicht, lieber hält sie an ihrer Fachkräftemangel – Geschichte fest. Das dies aber nur eine Geschichte ist, hat schon das öffentlich rechtliche TV 2016 gezeigt.

Unter dem Titel „ Das Märchen vom Fachkräftemangel „ lief eine Dokumentation zu diesem Thema, was eindrucksvoll gezeigt hat, wie Lobbyisten dieses Thema für sich vermarkten. Das die Wirtschaft natürlich jubelt nach der Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, ist doch klar: Es gibt Kohle vom Staat, wenn man Flüchtlinge in den Betrieb zur Ausbildung nimmt, die Bezahlung ist häufig auf anderem Niveau und die Auswahl möglicher Bewerber steigt wieder an, so hat jeder Betrieb wieder Auswahl unter vielen Bewerbern.

Zu diesem Thema haben sich natürlich auch viele Politiker positioniert: Linda Teuteberg von der FDP, Sprecherin für Migrationspolitik sagt dazu: Es werden in den nächsten Jahren 3.9 Millionen Einwanderer benötigt, und dieses Gesetz soll 2020 in Kraft treten. Es kommen aber in den nächsten Jahren nur rund 32000 zu uns, so rechne die Regierung. Wie immer noch extremer die Position Der Grünen. Frau Göring – Eckhardt: Wir werden der Wirtschaft nicht gerecht, wir brauchen viel mehr Einwanderer als das Gesetz ermöglicht. An welche Zahl Sie dabei denkt, sagt Sie lieber nicht; ich kann es mir schon denken, die Zahl unbegrenzt wird ihr gerecht.

Abgesehen davon wollten Die Grünen ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild etablieren, welches Qualifikationen bewertet, dazu die Jobsuche über ein Jahr erlaubt. Aber was regelt denn eigentlich das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz genau ? Dieses Gesetz soll die Fachkräfteeinwanderung aus sogenannten Drittstaaten, also Nicht – EU – Staaten, regeln aber auch bereits hier lebenden Asylbewerbern, auch wenn diese bereits abgelehnt worden sind, aber noch geduldet werden, eine Möglichkeit durch die Hintertür geben, doch hier bleiben zu können.

Damit kaschiert die Regierung zugleich ihre desaströse Bilanz in Sachen Abschiebung: Kein Bundesland hat sich hier mit Ruhm bekleckert, die Zahl der Abschiebungen steht im Promillebereich zu denen, die eigentlich abgeschoben werden sollten und müßten. Mit diesem Gesetz ändert sich das schlagartig; viele dürfen plötzlich bleiben, weil sie einen Job haben, einen Job bekommen, eine Jobzusagen haben, eine Ausbildungsmaßnahme oder andere Berufsaktivitäten nachgehen, und wenn man sich für 30 Euro einen Gewerbeschein kauft, ist man dabei. Das Gesetz bedeutet, das es egal ist, ob und welche Jobs gesucht werden, JEDER kann in Deutschland 6 Monate lang auf Jobsuche gehen, angeblich haben sie aber keinen Anspruch auf Sozialleistungen.

Es gibt auch keine Vorrangprüfung mehr, d.h. ob ein deutscher Arbeitnehmer diesen Job ausführen könnte, ist dann egal. Dazu gibt ein sogenanntes Beschäftigungsduldungsgesetz angeblichen gut integrierten geduldeten Asylbewerbern mit einem Arbeitsverhältnis trotz abgelehnten Asylantrags die Möglichkeit, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. Die Kriterien dafür sollen sein: - Duldung seit mindestens einem Jahr - Arbeitsplatz seit mindestens 18 Monaten mit mindestens 35 Stunden/Woche - Klare Identität - Keine Strafakte - Gründliche Deutschkenntnisse - Kinder gehen zur Schule Lt. Seehofer soll das derzeit ca. 180.000 Personen in Deutschland betreffen.

Gleichzeitig kommt die Große Koalition natürlich durch die Hintertür Forderungen der Grünen und Der Linken nach in Sachen Aufnahme möglichst vieler Migranten und Flüchtlinge. Wieso ? Wer rechnen kann, der rechne mal mit: Wir haben eine gewisse Zahl an Flüchtlingen und Migranten, die jedes Jahr nach Deutschland kommen. Angeblich sei ja die Ablehnungsquote so hoch, was natürlich Blödsinn ist, denn zum einen zeigen die veröffentlichten Zahlen nur die offiziellen Zuwanderungen regulärer Art über Registrierungsstellen an. Dazu kommen die Fachkräfte, die hierher kommen dürfen, dazu kommen die Angehörigen derer, die als Fachkräfte hierher kommen, dazu kommen diejenigen, die sowieso pro Monat im Kontingent Familiennachzug hierher kommen können.

dazu kommen die die nicht mehr abgeschoben werden können weil ja jetzt das neue Gesetz greift. Dazu kommen die aus dem UN Migrationspakt, der so hoch gelobt wird, aber längst nicht von allen Staaten mitgemacht; warum auch, angeblich ist er doch völlig unverbindlich. Fakt ist aber, das Deutschland durch diesen Pakt weitere Flüchtlinge / Migranten aufnimmt. Keiner aus der Regierung wird Ihnen als Leser sagen können, wieviel Migranten / Flüchtlinge denn nun INSGESAMT pro Monat nach Deutschland kommen, Sie würden sich wahrscheinlich erschrecken. Interessante Vorstellungen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat im übrigen auch das Sozialministerium Baden – Würtemberg im Internet veröffentlicht, ich spare mir hier die Details.

Zusammengefasst erscheint das Gesetz ein weiteres Einfallstor nach Deutschland zu sein, um die Unfähigkeit der Regierung mit geregelter Zuwanderung weiter vertuschen zu können, insbesondere das krasse Fehlverhalten und Versäumnisse der letzten Jahre. Denn eine Frage sei noch am Ende gestattet, die die Befürworter dieser Regelung und diejenigen, die sich über meinen Bericht ärgern, mal beschäftigen sollte: Wer prüft eigentlich die vorgelegten Dokumente, Zertifikate, Berufsnachweise usw. auf Echtheit und vor allen Dingen: Wie sind diese im Vergleich zur deutschen Ausbildung und Bildung zu sehen ?

Wir wissen ja alle das es Flüchtlinge und Migranten gibt die mit gefälschten Dokumenten / Identitätspapieren hier einreisen, und wie war das gleich mit den Qualifikationen bei ausländischen Ärzten, die ja hier so gut integriert sind ? Mangelnde Sprachkenntnisse bemängelt der Deutsche Ärztetag, regt dringende Prüfungen von vorgelegten Zertifikaten auf Echtheit und Gleichwertigkeit an, fordert eine Prüfung auf Basis des deutschen Examens. Kenntnissprüfungen ständen im krassen Gegensatz zu angegebenen angeblichen Qualifikationen.

Das sagt wohl alles, das zum Thema Prüfung Fachkräfte. Vielleicht sollte die Regierung erst einmal Fachkräfte einstellen, die dazu fähig sind, Fachkräfte anderer Länder überprüfen zu können, und wenn diese nicht verfügbar sind, dann diese auszubilden oder über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz einwandern zu lassen. Iss klar.

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