Dienstag, 02.03.2021 17:32 Uhr

Corona News 04.02.2021 Impfgipfel leicht gemacht

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Goettingen, 04.02.2021, 01:28 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 3635x gelesen
Das Impfen wird sich unter Umständen über Jahre hinziehen (Merkel nach dem Impfgipfel)
Das Impfen wird sich unter Umständen über Jahre hinziehen (Merkel nach dem Impfgipfel)  Bild: Image by Wilfried Pohnke from Pixabay - Copyright Zahlenmaterial: Johns Hopkins University & Medicine Coronavirus Resource Center

Goettingen [ENA] Infektionsraten: USA 26.5 Mio, Indien 10.8 Mio, Brasilien 9.3 Mio, Russland 3.8 Mio. EU: Frankreich 3.3 Mio, Spanien 2.9 Mio, Italien 2.6 Mio. England 3.9 Mio. 2.3 Mio. Todesfälle weltweit. Türkei und Kolumbien über 2 Mio. Infektionsfälle. 21 Länder über 1 Mio.

Der große Impfgipfel ist vorbei. Der große Wurf war es dann auch nicht. Hier die verkündeten Ergebnisse von Frau Merkel, Herrn Söder und Herrn Müller. Zu Beginn erklärt Frau Merkel nochmal die Wichtigkeit der Impfungen und dankt den Pharmaunternehmen für das bisherige Engagement in Sachen Produktion (da muß so einiges an Frau Merkel vorbei gegangen sein). Dann geht sie auf die anstehenden Probleme an. Kommen die zugesagten Mengen wirklich, die mal zugesagt worden sind. Ich kann hier schon eine Vorbemerkung machen:

Nein, Frau Merkel, wenn Sie die letzten 14 Tagen aufmerksam gewesen wären, hätten Sie gewußt das Biontech und Moderna Mengenkürzungen und Lieferprobleme für die EU zugesagt hat und auch AstraZeneca sieht ja Probleme und will nicht komplett ausliefern. Ich sage das vorab weil ich jetzt mal gespannt bin, was die Pharma plötzlich auf dem Impfgipfel sagt. Fakt Stand soeben: Alle Firmen haben derzeit Reduzierungen angekündigt.

Weiter mit Frau Merkel. Die zweite Frage die Sie sich stellt, wie denn der Vergleich zu anderen Ländern aussieht, man würde aus Israel, den USA und Großbritannien „ so dies und jenes „ hören. Und der dritte Punkt ist, was bei dem derzeitigen Vorgehen in Deutschland beibehalten und was soll geändert werden. (Anmerkung: Nanu, Frau Merkel, kein nationales Vorgehen, immer schön in Abstimmung mit der EU. Sie wissen doch, keiner kann allein die Pandemie besiegen).

Dann legt Sie richtig los, Sie habe nun Berechnungen der Lieferungen für die einzelnen Quartale. Da müsse man aber zwischen zugelassenen und nicht zugelassenen Impfstoffen unterscheiden. Neben den 3 bekannten zugelassenen Firmen haben auch 2 weitere an den Gesprächen teilgenommen, nämlich Johnson & Johnson und CureVac. Beide gehen von Zulassungen im zweiten/dritten Quartal aus. Beide Firmen würden schon vorproduzieren, dafür hätten Sie Geld von der europäischen Kommission, also auch vom deutschen Steuerzahler, bekommen.

(Anmerkung: Wie jetzt, die produzieren einen Impfstoff sozusagen in Massen, obwohl die noch gar nicht wissen, das er vielleicht so gar nicht zugelassen wird, und werfen den dann weg oder ist vielleicht die Zulassung so wie bei einem anderen Pharmaunternehmen nur Formsache ?). Es gibt daher eine Minimalvariante und eine Maximalvariante. Die Zahlen liegen dem Gesundheitsministerium vor. Für rund 9 Millionen Kinder ist noch kein Impfstoff vorhanden, dann wird frühestens in den Sommermonaten kommen. Wir brauchen etwa für 73 Millionen Einwohner einen Impfstoff. Selbst wenn die Neuzulassungen nicht kommen, reicht der Impfstoff für alle.

Der Vergleich zu anderen Länder zeige, das die USA durch die Gesetzgebung quasi im eigenen Land nur für den eigenen Bedarf produziert, Europa sei so auf die eigenen Standorte reduziert. (Anmerkung: Wenn doch die USA nur für sich selber produziert, warum liefern wir dann eigentlich von europäischen Standorten auch noch in die USA ?). Hat Sie vorsichtshalber nicht beantwortet. Die europäische Kommission hat sich aus guten Gründen nicht für eine Notzulassung entschieden, sondern für eine vorläufige Zulassung, das habe eine andere Qualität. (Anmerkung: Aber nicht auf die Qualität des Impfstoff, der bleibt doch der gleiche, oder ?). Israel gehe ganz anders mit Daten um.

Die EU habe sehr lange verhandelt wegen der Haftungsfragen und lange gerungen. Deshalb gibt es gute Gründe das der Weg der EU langsamer war. (Anmerkung: Stimmt, hat man ja jetzt beim Vertrag mit AstraZeneca gesehen, wie löchrig in Sachen Lieferverbindlichkeit der abgeschlossen ist. Und damit die Bürger mit der erzwungenen Veröffentlichung des Vertrages auch keine Informationen über Details bekommen, und vorläufig auch keine Angeordneten, hat man den großen Teil des Vertrages geschwärzt, um Mißleistungen zu vertuschen).

Aber Frau Merkel hat noch mehr zu berichten. Jetzt der spannende Punkt, was die Bundesregierung beibehalten möchte. Achtung: Wir behalten bei, um das Vertrauen zu werben. WOW. De erste Knaller des Tages. Aber schon da können wir Frau Merkel beruhigen. Wir als mündige Bürger machen uns schon selbst ein Bild über die Lage, der Zuverlässigkeit usw. denn heutzutage gibt es das Internet. Und die Informationen seriöser Seiten vergleichen wir dann mit den Aussagen der Bundespolitiker und stellen fest, wo Unstimmigkeiten sind. Transparenz beim Impfen sei das allerhöchste Gebot.

(Anmerkung: Ich freue mich, Frau Merkel, das Sie den Lieblingssatz von Herrn Seibert endlich mal wieder gebracht haben: Die Bundesregierung informiert mit Fakten und transparent. Ich kriege plötzlich so ein Würgegefühl im Hals.). Dann redet sie von einem erforderlichem guten Management für die Bürger, wann Impftermine vergeben werden können. Es gäbe eine nationale Impfstrategie wird jetzt auch einen nationalen Impfplan enthalten, der detailliert enthalten soll, wann kommt wo pro Woche welcher Impfstoff an, um das Einladungsmanagement für die Bürger zu verbessern. Und das tolle wäre, für Biontech hätte man jetzt schon die Liefertermine bis 23.02.2021, für die anderen erst bis zum 17.02.2021.

(Anmerkung: WOW, eine echte Weitsicht in der Impfstrategie, da kommen schon erste Ansätze aus dem neuen Impfplan durch). Zum Schluß kommt Frau Merkel zu noch einem Sonderpunkt, die Bundesregierung habe die Pharmaunternehmen gefragt, wo man denn unterstützen könne. Und da gäbe es einige Punkte. Daher wird das Wirtschaftsministerium eine Plattform entwickeln, wo transparent gemacht wird, Ampullen und Stopfenherstellung, auch die Verimpfungsvarianten, Spritzen und ähnliches, da muß geguckt werden, auch bei sensiblen Substanzen, wie man mehr produzieren kann. Es gäbe Zwischenstoffe, die fehlen, sonst könnte man mehr Impfstoff produzieren.

Da hat man aber im Moment keine Hersteller, da will die Bundesregierung gerne mit Geld und Einsatz helfen, das hängt auch von den fachlichen Qualitäten ab. Zum Ende des Sommers, zum Ende des 3. Quartals soll für alle ein Impfangebot vorliegen. Herr Müller betont nochmal, das auch 100.000 Impfdosen für 50.000 Personen reichen würden und das es deshalb so wichtig sei zu wissen, wann Impfstoff in welcher Menge zur Verfügung steht, und das möglichst früh, damit entsprechende Einladungen ergehen können. Man habe aber auch die Komplexität der Lieferketten, Zulieferungen usw. kennengelernt, die sensiblen Produktionsketten und das man das nicht von heute auf morgen beliebig hochfahren kann, auch das war mit Sicherheit ein Lernprozess.

(Anmerkung: Iss klar, ist ja auch weltweit der erste Impfstoff überhaupt, der produziert wird. Wer kann da schon wissen oder auch nur erahnen, wie schwierig und kompliziert das sein kann). Es habe ihn gefreut, das sich Bayer bereiterklärt hat, mit CureVac zusammenzuarbeiten und Kapazitäten zu stellen, doch das werde Monate dauern, das ginge nicht von heute auf morgen. Man habe zum Glück noch eine entspannte Lage in den Impfzentren. (Anmerkung: Stimmt, wenn nix da ist ist der Andrang von Impfberechtigten klein). Im ersten Quartal wird der Impfstoff knapp bleiben, weil die Produktionen nicht so schnell hochgefahren werden können.

Auch Herr Söder freut sich, das ein solches Treffen stattgefunden ist. Impfen ist der Schlüssel zu allem, deshalb darf man das Thema nicht dauernd schlecht reden, aber auch nicht schön reden. Die EU habe dargestellt das bisher alles im Plan gelaufen ist, die Wahrheit sei das die Menschen viele Unterschiede beim Impfen in Europa und anderen Regionen der Welt sehen. Eine punktgenaue Planung der Verfügbarkeit von Impfstoff ist nicht möglich, sondern nur quartalsgenau. Den Rückstand zu den anderen kann man nicht aufholen, aber wir müssen besser werden. Die Pharmaunternehmen haben Zusagen für die Quartale gemacht, aber keine Garantien abgegeben.

Er findet, das es gut war, das Frau Merkel in diesem Thema die Führung übernommen hat, um geistige Klarheit reinzubringen. Geistige Klarheit; jawohl, Herr Söder, die brauchen wir bei deutscher Politik öfters, suchen wir aber vergebens. Aufgrund einer Nachfrage bringt Frau Merkel die Hausärzte ins Spiel. Gerade wenn viel Impfstoff verfügbar sein wird werden die Impfzentren überfordert sein, insbesondere wenn die Impfmittel nicht besonderes gelagert werden müssen können die Hausarztpraxen gut mithelfen. Auch Betriebe wie BASF hätten sich schon geäußert, selber die Mitarbeiter impfen zu können. Doch Herr Söder sieht die Phase der Hausarztbeteiligung noch in weiter Zukunft.

Da bisher noch nicht feststeht, ob Geimpfte den Virus weitergeben können wird es auch derzeit keine zusätzlichen Freiheiten für Geimpfte geben. Auf weitere Nachfrage, warum denn die Probleme der Verteilung vorliegen und die EU so geizig mit Geld gewesen sei und möglicherweise dadurch die Probleme der geringeren Impfstoffverfügbarkeit ausgelöst habe erklärt Frau Merkel, der Biontech Chef habe erläutert, mehr Geld hätte auch nicht mehr Impfstoff produziert. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Was Sie vorsichtshalber verschweigt ist die Tatsache, das mehr Geld selbstverständlich den Verteilmechanismus des verfügbaren Impfstoffes weltweit verändert hätte und insofern die EU / Deutschland zu Beginn mehr bekommen hätte.

Desweiteren redet Frau Merkel von komplizierten Zulassungsprozessen für jeden einzelnen Bestandteil des Impfstoffes, wird einer angepasst, muß dieser wieder neu zertifiziert werden. Uuupps, was sagt dann Frau Merkel so ganz nebenbei: Es kann sein, daß wir noch viele Jahre impfen müssen, wo man jedes Jahr die neue Mutation des Virus wieder verimpfen muß. Na dann frohes Impfen.

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