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Corona News 06.05.2021 124.Deutscher Ärztetag und anderes

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Goettingen, 06.05.2021, 19:32 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 4993x gelesen
Das Wunder des Inzidenzwertsinkens ist angekommen; 40 Punkte in einer Woche
Das Wunder des Inzidenzwertsinkens ist angekommen; 40 Punkte in einer Woche  Bild: Pete Linforth from Pixabay

Goettingen [ENA] Heute werde ich den ersten Teil vom 124. Deutschen Ärztetag berichten, hauptsächlich Dinge die mit Corona zu tun haben, denn dort wurden einige interessante erstaunliche Dinge berichtet und behauptet, so will ich es ja sagen. Sie haben in bekannten Medien ja sicherlich schon einige Dinge erfahren.

Aber wie immer nicht die eher brisanten Erzählungen. Und da kann ich helfen, denn ich habe den gesamten Ärztetag mit allen Ärztereden an beiden Tagen komplett mitverfolgt und berichte ohne Zwischenmedien. Es geht los. Prof. Dr. Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, eröffnete gegen 9.00 Uhr den 124. Deutschen Ärztetag und den damit ersten rein virtuellen Online Ärztetag in der Geschichte. Schon letztes Jahr mußte der 123. Ärztetag wegen Corona komplett ausfallen. In seiner Eröffnungsrede erklärt er, das das deutsche Gesundheitssystem zu keiner Zeit überlastet war. Aber es gibt einige Defizite im Gesundheitswesen, so z.B. die technischen und personellen Meldestrukturen in den Gesundheitsämtern.

Die Finanzierung der Krankenhäuser, die Personallage bei den Pflegekräften. Derzeit gibt es einen stetig steigenden Personalbedarf im Gesundheitsbereich, ein Abbau von Personal ist weder sinnvoll noch möglich. Eine Reform auf ein modernes Vergütungssystem ist dringend notwendig aber immer noch nicht angegangen. Die GOÄ ( Die Gebührenordnung für Ärzte für Abrechnungen ärztlicher Leistungen außerhalb vertragsärztlicher Versorgung in Deutschland) Soll von derzeit 2916 Leistungsinformationen auf 5595 Leistungsinformationen erweitert werden. Erst komme der Patient, dann der Profit.

Soweit einige Aussagen von Prof. Dr. Reinhardt. Her Spahn als geladener Live – Gast kommt zu Wort. Am Donnerstag, also heute, soll das 3. Digitalisierungsgesetz verabschiedet werden. Der volldigitale Impfpass kommt erst 2022. Er sieht eine zu starke Abhängigkeit von China, aber auch anderen Ländern, Stichwort 5G, oder aber in der Produktion von Wirkstoffen, Impfstoffen und Medikamenten. Ein wichtiger Punkt für ihn sei der deutliche Ausbau von sogenannten Online – Videoärzten. Das reicht uns, jetzt kommen Ärzte zu Wort. Ich habe die Aussagen aneinandergestellt und werde, sofern möglich, diese ohne Kommentare einfach mal präsentieren. Das soll ein Meinungsbild darstellen im Querschnitt deutscher Ärzte. Teilweise hochinteressant.

Die Frage eines Arztes ist es, warum wir uns eigentlich die teuren Impfzentren leisten, da dort viel Geld verbrannt wird. Ein anderer nennt die CoronaApp der Bundesregierung im Wert eine praktische Wirkungslosigkeit bei überhöhten Kosten. Ein anderer Arzt ergänzt, schon im Sommer 2020 habe man es versäumt, die Schulen z.B. mit Lüftungsanlagen auszustatten und stellte einen Antrag mit Auftrag an die Politik, dies schnellstens nachzuholen. Der Antrag wurde abgelehnt. Dazu muß ich sagen, das es wenige Schulen gibt, die Lüftungsanlagen sozusagen auf eigene Kappe wegen der schnellen Umsetzbarkeit besorgt hatten.

Diese durften nach Anordnung des Landkreises nicht verwendet werden. Angeblich leisten die Geräte nicht das, das nötig wäre alle Aerosole zu entfernen, ausserdem gäbe es da eine gewisse Geräuschekulisse. Weder die Luftfilter noch die mit UV Licht seien ausreichend per Studie auf Wirkung abgesichert. Ach so geht das, erst wochenlanges Gerede über die Wichtigkeit der Luftgeräte, dann sind die plötzlich schädlich und nutzlos. Das hätte ein Arzt aber auch wissen müssen. Im übrigen sei mal gesagt, das zum Zeitpunkt der Eröffnung 255 Personen online live zugeschaltet waren, um 9.45 Uhr dann 360, um 10.30 Uhr 417.

UUpps, die Leiterin Frau Beute der Ärztekammer Westfahlen/Lippe, gleichzeitig Leiterin eines Gesundheitsamtes, bemängelt die Eignung des Programms SORMAS für die Gesundheitsämter als einheitliche Plattform. Nach ihrer Aussage ist SORMAS für Entwicklungsländer konzipiert. Das müßte erst noch weiterentwickelt werden. Man könne sich gar nicht untereinander vernetzen. Dazu habe ich das Bundesgesundheitsministerium befragt. Mal sehen, ob eine Antwort kommt.

Ein anderer Arzt redet über den Impfstoff AstraZeneca, das dieser von der STIKO für Personen unter 60 eigentlich gar nicht empfohlen sei, das wäre auch der Grund warum Patienten unterschreiben müßten, das sie einverstanden sind. Das könne man als Arzt gar nicht verantworten. DAS BMG arbeite daran, die Verantwortung für die Impfstoffe zurück bis 2020 zu machen, ist aber noch nicht umgesetzt, das müsse sofort passieren. Anmerkung von mir: Blutgerinnsel durch den Impfstoff insbesondere bei jüngeren Frauen sind der Grund. Allerding soll nun eine aktuelle Studie aussagen: Auch ältere Frauen sind betroffen. Jeden Tag was Neues.

Desweiteren sollen Dolmetscherkosten in den Leistungskatalog mit aufgenommen werden. Trotz vorhandener Dolmetscher und Unterstützung der Länder gäbe es Probleme bei der Kommunikation, insbesondere in Coronaangelegenheiten. Die Geflüchteten müssen genau Bescheid wissen. Mein Kommentar dazu: Das fällt den Ärzten aber früh nach 15 Monaten Pandemie ein, das hier angeblich was nicht stimmt. Und was nicht stimmt, ist diese Behauptung. Der denn wenn nicht Flüchtlinge, Asylanten, Migranten und Co. haben die meisten Unterstützungen bei ALLEN Wegen in Sachen Behörde, Ärzte, Einkaufen, sonstwo.

Soviele Einrichtungen für Flüchtlinge hat es noch nie gegeben und gibt es auch für jede andere Gruppe nicht, selbst nicht für Behinderte. Das zur Klarstellung. Bei der Behauptung eines Arztes, das die Pandemie Corona eine Auswirkung des Klimawandels ist, wird es dann auch der Bundesärztekammer zu bunt. Ein Vorstandsmitglied redet dazu und stellt klar, das dieser Zusammenhang nicht gesehen wird. Er sieht die Kompetenzen klar überschritten wenn das einfach in die Welt gesetzt wird ohne das vorher genau geprüft und bewiesen wird. Dieser Antrag wurde zur weiteren „ Bearbeitung „ entsprechend an den Vorstand überwiesen.

Aber auch intern war nicht immer alles im Reinen. So bemängelte ein Arzt mit Recht die „ Arbeitsweise „ eines Kollegen, der im Laufe der Veranstaltung schon mehr als 10 Geschäftsordnungsanträge gegen andere Anträge gestellt habe auf Nichtbefassung, sich aber nicht ein einziges Mal persönlich für einen seiner Anträge gezeigt und dafür geredet habe. Seine Aufforderung: Er solle sich doch mal zeigen. Stimmt. Klar dafür gevotet wurde für die Einführung eines neues Facharztes. Wann, wie dieser zertifiziert wird und weiteres mehr, wurde in einem Antrag zusammengefasst. Der Facharzt für Infektiologie ist jedenfalls in Kürze vakant.

Und dann noch 2 persönliche Anmerkungen von mir: Zum einen scheint ja die Digitalisierung bei den Ärzten wirklich noch nicht oder nur minimal angekommen zu sein, bei so vielen Problemen, wie einzelne Ärzte hatten, ihren Stream oder Mikrofon ein- und ausschalten zu können. Einige haben ohne Ton geredet oder waren einfach nicht am PC, während sie auf der Rednerliste waren. Und das nicht selten. Und das aufgrund der längeren Veranstaltung am 1. Tag einfach die angekündigte Pressekonferenz ausgefallen ist, weil es schon so spät war, na ja.

Der Präsident der Bundesärztekammer Reinhardt gibt zum Schluß noch bekannt, das dieses Jahr noch ein weiterer Deutscher Ärztetag geplant sei, wieder mit normaler Präsenz der Ärzte vor Ort. Wann und wo dieser stattfindet, sei noch unklar. Dadurch verändert sich die " Nummer " der Ärztetage, weil dieser kurzfristig geplant ist. Der 126. Ärztetag wird dann 2022 in Bremen sein, und 2023 ist einer in Essen geplant.

Jetzt noch einige aktuell eingegangene Nachrichten. Da redet doch ein Arzt aus Afrika davon bei Phoenix TV, es wäre ja so ungerecht wenn in Deutschland 80 % geimpft sind und in Afrika die Bürger nicht an den Impfstoff kommen. Jawoll, 80 %, träum weiter. Gucken wir uns mal die Zahlen an: Derzeit sind in Südafrika, darum ging der Bericht, rund 353.000 Dosen verimpft, das sind 0.6 % der Bevölkerung. Afrika komplett hat knapp 1 % geimpft, da liegen viele Länder noch drunter. Und Afrika hat mit 65.000 – 85.000 Neuinfektionen pro Woche seit Februar 2021 deutlich weniger Ansteckungen als Deutschland, Gesamtafrika hat gerade mal 123.000 Todesfälle, deutlich weniger als Deutschland.

Wenn man mal einen Blick auf die Anzahl der Staaten macht, nämlich 54, aber der Moderator bei Phoenix TV als Mr. Fake News redet da von extrem hoher Todesrate. SO wird Stimmung in Deutschland gemacht und an das Helfersyndrom appelliert, mit Falschnachrichten und Übertreibungen. Dann wird über Johannisburg berichtet: Die Krankenhäuser seien überlastet, zu wenig Personal, zu wenig Beatmungsgeräte und Betten. Eine Krankenschwester berichtet, es gäbe manchmal 2 – 3 Tote am Tag, heute noch keiner (Feb. 2021). Afrika müsse länger warten als andere, andere Länder wollen erst die eigene Bevölkerung impfen. Und ? Das ist doch wohl völlig legitim und normal. Seit wann kauft ein Land Impfdosen um die weiter zu verschenken wo zu wenig da ist ?

Ab morgen werden in ersten Bundesländern die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene wegfallen, das hat das Kabinett heute beschlossen. Da sich 4 Parteien dafür ausgesprochen haben ist das Gesetz verabschiedet. Keine Testvorlagen sind dann mehr notwendig. Wie Genesene beweisen sollen, das sie genesen sind, darüber wußte Frau Lamprecht auch nicht Bescheid. Dafür ihr kluger Ratschlag bei Phoenix TV um 18.38 Uhr: Man solle den positiven PCR Test mitnehmen. Na klar, den positiven. Machen wir. Hoffentlich kriege ich einen. Am besten gleich den ganzen Arztbericht mitnehmen. Und apropo Arztbericht:

Sie wissen hoffentlich alle, das bei ärztlichen Attesten wie lange Zeit üblich und ok, es nicht mehr ausreicht, das das Attest einfach das Tragen aus gesundheitlichen Gründen nicht erlaubt; diese Art von Attesten sind ungültig. Das Attest muß inzwischen detailliert den Code der Krankheit, so wie er auch der Krankenkasse mitgeteilt wird, enthalten mit der entsprechenden Diagnose. Das sie ihre Krankengeschichte nun auch gegenüber Ordnungskräften offenlegen müssen, wen interessiert da schon der Datenschutz. Derweil prüft die EMA nun nach der offensichtlichen Pleite beim russischen Impfstoff den chinesischen Impfstoff auf Zulassung.

Nachdem ja nach monatelanger strikter und strenger Einhaltung unter Bußgeld gehaltener Impfpriorisierungen, die ja immer so wichtig und richtig waren, werden diese ja nun aufgehoben. Und das ist die Zeit, wo jeder sich in der Vordergrund spielen kann, die FDP ist natürlich da mit Vorschlägen gleich mal vorne dabei. Die FDP Logik von Herrn Aggelidis, familienpolitischer Sprecher: Die Kinder haben ja so viel Kontakte eingebüßt, die müßten jetzt bevorzugt werden. Und da Kinder zum Beispiel ja nicht alleine reisen können aber die Kinder unbedingt im Sommer wieder die Möglichkeit haben müßten, mal „ aus der Wohnung zu kommen „, müßten jetzt Kinder und deren Eltern, also Familien beim Impfen bevorzugt werden.

Genau, und die anderen können noch ein halbes Jahr im Wohnzimmer schmoren. Typische FDP Logik. In eine ähnliche Bresche springen Karliczek und Giffey, die mit einem Gesetz über 2 Milliarden Euro Kinder und Jugendliche besonders fördern und unterstützen wollen. Deren Ansinnen: 1 Milliarde soll für Nachhilfe und Förderprogramme ausgegeben werden, 1 Milliarde für Freizeitaktivitäten und Persönlichkeitsentwicklung. Was die beiden vergessen haben mit anzugeben, bei der ersten Milliarde sind 800 Millionen für die Unterstützung Geflüchteter, Migranten und Asylanten enthalten, die die meisten Förderungen und Nachhilfe bekommen.

Wieder schön unter den Tisch gekehrt. Und auf eine Frage eines Journalisten zeigt sich dann, wie Karliczek wirklich arbeitet: Desolat. Kann gut reden und vertuschen, aber praktisch kommt nix bei raus. Warum ? Sie redet davon, die Schulen seien gut aufgestellt für den Herbst, wir (also sie und wer noch?) sind gerade dabei, wir müssen noch entsprechende Voraussetzungen schaffen. Bitte ? Was hat sie denn während der ganzen monatelangen Schulschließungen gemacht ? Fernsehen geschaut. Sie hat doch genug Zeit gehabt, alles locker umzusetzen. Jetzt wo die Schulen wieder öffnen will sie das umsetzen.

Was müssen wir denn da hören: Ein Fussballclub aus der 3. Liga soll sich unberechtigterweise die Taschen mit Coronahilfen vollgestopft haben, die Summe soll sich bei über 750.000 Euro liegen. Und das, obwohl der Club mit fast 10 Millionen Euro in der Kreide steht und daher Insolvenzantrag gestellt hat. Das jetzt das Kölner Verwaltungsamt die Gelder zurückfordert, kommt wohl in Anbetracht der wahrscheinlichen Insolvenz zu spät. Kommt davon, wenn man Gelder wie ein Füllhorn ohne Prüfung ausschüttet.

Impfen, impfen, das hören wir immer wieder. Und da es ja bisher nicht genug Impfstoff gibt, sollten ja die Zeiten zwischen der 1. Und 2. Impfung möglichst lang, maximiert werden, bis zu 12 Wochen je nach Impfstoff sollte es sein. Damit möglichst viele erst einmal die 1. Impfung erhalten, und in 12 Wochen dann sollte ja genug Impfstoff da sein, um die 2. Impfung auszuführen. Hatten wir ja thematisch alle verstanden. Aber was ist das ? Jetzt will Spahn plötzlich den Abstand zwischen 1. und 2. Impfung von 12 auf 4 Wochen verkürzen. Und eine Priorisierung soll es bei dem Impfstoff auch nicht mehr geben.

Wird er den Impfstoff nicht mehr los, läuft der ab, weil sich immer mehr mit Recht weigern, den zu nehmen und dann lieber verzichten ? Denn bei anderen Impfstoffen soll die Prio noch bis Juni gelten. Das sagt doch alles. Das ist für mich so als ob in einem Einzelhandelsgeschäft ein Podest mit einwandfreien Äpfeln für 3 Euro/kg liegt, daneben ein Podest mit Gammeläpfeln für 2.50 Euro. Und damit man die auch los wird, senkt man den Preis auf 1 Euro und siehe da, die Leute kaufen auch.

Zum Schluß noch eine Nachlese: Firma Tönnes, ein großer Fleischbetrieb. Verarbeitendes Gewerbe, 2020 groß im Geschäft, insbesondere bei massenhaften Coronaerkrankungen und schließlich Betriebsschließung für einige Zeit. Damals große Reden vom Gesundheitsminister Laumann, er zahle keinen Pfennig für diesen Betrieb, weil mitverschuldet bla bla bla. Und jetzt: NRW zahlt Lohnerstattungen an Tönnies.

Jetzt, wo Laschet Kanzlerkandidat ist und man die Stimmen bei der Bundestagswahl und Kanzlerkandidatur braucht, darf man nicht zu einseitig denken. Und Laumann bekommt einfach eine Anweisung, natürlich nicht offiziell. Darf man natürlich beides nicht behaupten, aber als eigenen Glauben und Gedanken verbreiten. Und ich glaube, das beides so abgelaufen ist und ablaufen soll.

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