Dienstag, 02.03.2021 19:05 Uhr

Corona News 11.02.2021 Coronagipfel und Co.

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Berlin, 11.02.2021, 04:32 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 3479x gelesen
Weltweit 107 Mill. Infektionen Deutschland 2.311.000 erreicht mit 63.224 Toten
Weltweit 107 Mill. Infektionen Deutschland 2.311.000 erreicht mit 63.224 Toten  Bild: Copyright Zahlenmaterial: Johns Hopkins University & Medicine Coronavirus Resource Center

Berlin [ENA] Infektionsraten: USA 27 Mio, Indien 10.9 Mio, Brasilien 9.7 Mio, Russland 4 Mio. EU: Frankreich 3.4 Mio, Spanien 3 Mio, Italien 2.7 Mio. England 4 Mio. 2.3 Mio. Todesfälle weltweit. Türkei Kolumbien Argentinien über 2 Mio. Infektionsfälle. 21 Länder über 1 Mio.

Vor einigen Stunden ist der sogenannte Coronagipfel, das Treffen der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin zu Ende gegangen, wie es in diesen Coronazeiten weitergeht lesen Sie jetzt. Dazu darf erst einmal gesagt werden, das Frau Merkel sichtlich getroffen war von der Tatsache, das sie sich diesmal nicht durchsetzen konnte mit ihren Forderungen, das betonte sie auch zu Beginn und lobte dabei den Föderalismus. Ebenso traf es Herrn Söder, der sichtlich betroffen war, was ihm später eine Frage eines Journalisten zu seinem „ Schlechtwettergesicht „ einbrachte. Jetzt also zu den Ergebnissen, die wie ich finde so undurchsichtig sind wie nie zuvor. Es gibt so gut wie keine einheitliche Regelungen mehr.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit beschränke ich mich nur auf die Fakten. Die Beschlüsse in Sachen Home Office, Kontaktbeschränkungen, besondere Maskenpflicht, Reisebeschränkungen bleiben erst einmal bis 7. März 2021 gültig. Öffnungen von Betreuungs- und Bildungsbereich können ab sofort in Ländersache und von Bundesland zu Bundesland je nach Lage einzeln entschieden werden und schon ab nächste Woche umgesetzt werden. Friseure dürfen unter Beachtung der Hygiene, Personenanzahl und Reservierung ab 1. März 2021 wieder öffnen. Sofern regionale eine 7- tägige Inzidenz von höchstens 35 Infizierungen / 100.000 Einwohner erreicht wird, darf der Einzelhandel wieder öffnen, wenn dabei zusätzlich pro Kunde 20 qm eingehalten werden.

Dies betrifft auch Museen, Galerien und körpernahe Dienstleistungsbetriebe. In Sachen Kultur, Sport, Freizeit, Gastronomie und Hotels erarbeitet eine Arbeitsgruppe auf Ebene des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Staats- und Senatskanzleien eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie. Wann diese greifen soll, wurde nicht benannt. Ebenso nicht, wie das Ganze mit dem Einzelhandel auf Länderebene SINNVOLL funktionieren soll. Lt. Frau Merkel und Herr Müller sollen sich benachbarte Länder absprechen, wenn einer vorhat den Einzelhandel zu öffnen, um Shoppinghopping zu vermeiden. Anmerkung: Das sieht dann so aus: Kassel hat eine Inzidenz von 90, Göttingen von 30. Göttingen möchte öffnen und bespricht sich mit Hessen.

Hessen darf aber eigentlich gar nicht öffnen weil die Stadt sogar über 50 liegt. Wie geht das Ganze dann aus: Göttingen muß zulassen weil umliegende nicht öffnen können und sonst die Gefahr besteht, das die Kasselaner nach Göttingen zum einkaufen kommen, oder soll Kassel einfach öffnen damit das eben nicht passiert. Meiner Meinung nach großer Käse, der da in Sachen Öffnungen in der Hand eines jeden Bundeslandes, demnächst wird hier und da geöffnet sein und woanders nicht, und der Schrei nach der großen Ungerechtigkeit wird noch größer werden.

Der nächste Unsinn: Länder und Landkreise, die die Schwelle von 50 / 100.000 nicht schaffen, können lokal und regional reagieren. Kennen wir das nicht schon ? Schließung von Fleischindustrien, Flüchtlingsheimen usw. Was hat das damals gebracht ? Nix, weil immer wieder neue Herde entstanden sind, da die Leute umhergewandert sind. Aber man kann´s ja nochmal versuchen, wenn man keine anderen Ideen hat. Für Unternehmer ist seit heute die Beantragung der Überbrückungshilfe III möglich. Anmerkung: Beantragung ja, gerade heute haben sich einige Unternehmen geäußert, das jetzt Anfang Februar gerade mal die Hilfen aus dem ersten Paket für den November 2020 ausgezahlt worden sind.

Zur Digitalisierung der Gesundheitsämter wurde das Programm SORMAS weiterentwickelt das angeblich besseres Management in Sachen Kontaktpersonen und Verfolgung in Sachen Coronainfizierungen bietet. Die Länder werden sicherstellen, das alle Gesundheitsämter diese Software und DEMIS nutzen. Anmerkung: Auch hier gab es in den vergangenen Tagen einige Interviews mit Leitern von Gesundheitsämtern, die sich klar ausgedrückt haben:

Die derzeitige Software kann alle anstehenden Aufgaben sehr gut bewältigen, es besteht kein Anlass auf Änderung und die wird es auch nicht geben. In dieses Horn stieß ganz klar auch Frau Schwesig; Ministerpräsidentin Mecklenburg Vorpommern, die sich klar für die Beibehaltung derzeitiger Software aussprach, da SORMAS angeblich keinen Mehrwert biete, so Ihre Aussage bei Anne Will. Na was denn nun ? Als neuer Termin wurde der 3. März 2021 verabredet.

Jetzt noch ein paar Infos allgemeiner Corona – Art. Zum Beispiel wieder aus Göttingen, ja, auch in einer Provinz wie Göttingen ist viel los. Chaos läßt grüßen. Neben zahlreichen Impfverschiebungen, immer wieder feststehenden Terminen, die dann doch wieder nicht halten, nun morgen endlich der Start in EINEM Impfzentrum. WOW. Hoffentlich. Eventuell. Denn noch ist gar nicht klar, wie die älteren Bürger, die fast alle keine eigenen Autos fahren, dorthin kommen sollen. Eigentlich sollte ja ein Shuttleservice fahren. Eigentlich. Doch wie wir ja wissen ist der Norden, auch Göttingen, seit letztem Samstag von einer Schneefront erfasst und über Sonntag hatte sich eine beträchtliche Schneehöhe angesammelt, auch auf den Strassen.

Verzeihung, hat sich, denn bis heute, 5 Tage nach dem großen Schneefall, fahren in Göttingen keine öffentlichen Verkehrsmittel. Irgendwie werden die Bushaltestellen nicht geräumt, und die Strassen teilweise auch nicht. Und jeden Tag wieder und wieder eine Verlängerung des Betriebes der Busse auf der Webseite der GöVB in Göttingen. Gestern dann meine 3 Anfragen bei versch. Firmen, beginnend bei der GöVB. Nach deren Aussage können die Busse nicht fahren, weil sowohl die Einfahrbuchten an den Haltestellen nicht geräumt sind wie auch die Zuwege zum Bus. Personen, die ein- oder raussteigen, müßten über den aufgetürmten Schnee steigen, Rollatoren oder Kinderwagen könnten gar nicht transportiert werden. Verstehe ich.

Woran liegt es ? Angeblich seien Krankenstände wie Coronainfizierungen mit Quarantäne bei den Göttinger Winterdienst das Problem. Aussage: Die können die Räumfahrzeuge nicht fahren, weil das Personal nicht ausreicht. Okay, Anruf bei der Stadt Göttingen. Hier ist man eher entrüstet über die Aussage. Ja, es gebe einen gewissen Krankenstand mit Corona, der Räum- und Winterdienst sei aber davon nicht betroffen. Ach nein, warum wird dann auch nach 5 Tagen nicht geräumt ? Mein 3. Anruf gilt der Gesellschaft Pro City Göttingen. Nach eigenen Worten versteht sich die Gesellschaft als Interessenvertretung und Citymanagementgesellschaft für die Göttinger Innenstadt.

Klingt schön, doch auf meine Frage, warum hier eigentlich nicht Druck aufgebaut wird, das Busse wieder fahren können, kommt die für mich lapidare Antwort: Man kümmere sich natürlich darum, man stände mit der Stadt in Kontakt und woher ich wüßte, das nichts getan werde. Meine Antwort darauf: Weil nichts passiert. Pro City ist mir schon in der Vergangenheit aufgefallen wegen der Bemängelung der Innenstadt bezüglich Leerstände, fehlender Attraktivität und Öffnungszeiten. Als ich damals Pro City darauf hingewiesen habe, warum das so sei, das selbstverständliche Dinge im Internet wie bessere Preise, großzügige Rückgabemöglichkeiten und bessere Auswahl usw. eben nicht stationär angeboten werden.

Und warum die Innenstadt mehr und mehr mit Dönerläden, Spielcasinos und Handyläden zugekleistert würden anstatt mit attraktiven Geschäften (viele Artikel sind in Göttingen einfach nicht mehr zu bekommen) kam keine Antwort auf die Anfrage, heute wies man das zurück, man würde alle Anfragen beantworten. Nur eines ist doch klar: Fahren keine Busse, gehen noch weniger Bürger in der Innenstadt einkaufen, die Maskenpflicht in der Innenstadt in der Öffentlichkeit ist dazu noch ein Einkaufsverderber.

Über das Thema Impfen habe ich heute bewußt nichts gesagt, das habe ich in meinen letzten Berichten ausführlich behandelt, nur soviel: Die ersten EU Länder wollen nun über eine fälschungssichere Chipkarte anstatt dem Impfpass der EU eine elektronisch lesbare Dokumentation über die Impfungen einführen, die bei Mitführung den Geimpften in diesen Ländern mehr Rechte und Vorteile einräumen soll. Derweil will Südafrika von AstraZeneca den Impfstoff nur sehr begrenzt einsetzen, weil eine Studie insbesondere bei der Südafrika Mutation nur geringe Wirkung zeige. Das Pharmaunternehmen hat auf diese Regelung bereits reagiert und für den Herbst einen verbesserten Impfstoff auch gegen diese Variante angekündigt.

Und trotz der doppelten Impfung haben sich in einem Alten- und Pflegeheim bei Osnabrück mehrere Bewohner mit Corona infiziert. Es soll sich um eine Variante des Basisvirus handeln. Damit nun die Öffnungen von Einzelhandelsgeschäften, die derzeit noch vom Corona Lockdown betroffen sind, schnell über die Bühne gehen können, hat sich Ceconomy, der Dachverband Media Markt und Saturn, etwas ganz tolles einfallen lassen: Herr Düttmann stellt sich eine Entzerrung von Kunden vor, indem man die Einkaufszeiten jeweils für bestimmte Altersgruppen freigibt. Berufstätige sollen morgens und abends, Risikogruppen im Alter von 60 – 65 Jahren tagsüber, so berichtet XING online gestern.

Die Kontrolle darüber sollen die Mitarbeiter in den Läden, aber auch die Polizei auf den Straßen. Na da hat wohl Herr Düttmann nicht zu Ende gedacht: Punkt 1: Die Polizei ist nicht zuständig für Einlasskontrollen bei Einzelhandelsgeschäften. Punkt 2: Mitarbeiter, Detektive oder Sicherheitskräfte sind nicht berechtigt, Ausweise über den Nachweis des Alters am Eingang zu verlangen. Abgesehen davon: Will er eine Liste an Eingang aushängen, wer wann einkaufen darf ?

Hoffentlich vergißt er keinen auf der Liste, sonst fühlen sich am Ende noch Kunden diskriminiert weil sie nicht draufstehen. Und was macht er mit denen die einfach kommen ? Nach Hause schicken ? Das glaube ich kaum. Dann kann er die Läden gleich zu lassen, mit so einer Regelung werden die Kunden auf die Palme gehen und der Kundenverlust ist größer als der Kundengewinn.

Zum Schluß noch eine Anmerkung zu den FFP2 Masken. Da hat wohl wieder jemand einen Schnellschuß mit den Verordnungen zu Tragen dieser Masken, die ja so wichtig seien, getan, und alle anderen sind einfach mitgelaufen obwohl sie gar keine Ahnung hatten. Denn plötzlich stellt ausgerechnet die EU Gesundheitsbehörde ECDC das Tragen der FFP2 Masken im Alltag in Frage. Zitat: Der erwartete Mehrwert der universellen Verwendung von FFP2-Atemschutzmasken in der Gemeinschaft ist sehr gering. (Zitatende). Auch die EU Gesundheitskommissarin Kyriakides bestätigte diese Einschätzung. Nanu, woher denn dann die Sicherheit der Kanzlerin wie toll das alles wirkt ?

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