Montag, 22.07.2019 01:21 Uhr

Die Weltmünzenmesse Berlin World Money Fair 2019 beendet

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Berlin, 04.02.2019, 02:47 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 5118x gelesen
Offizielle Messeeröffnung pünktlich Freitag 10 Uhr
Offizielle Messeeröffnung pünktlich Freitag 10 Uhr  Bild: Uwe Hildebrandt

Berlin [ENA] An diesem Sonntag ist die 3 – tägige Münzmesse im Estrel Congress Center Berlin zu Ende gegangen und wieder konnte der Veranstalter einen Erfolg für sich verbuchen. Nicht nur die Besucherzahlen haben die wie schon in den vergangenen Jahren die Erwartungen erfüllt.

Auch mit dem diesjährigen Ehrengast Österreich ist wieder ein solider und begehrter Partner gefunden worden. Insbesondere dieses Jahr ein besonderer Ehrengast, da die Münze „ Wiener Philharmoniker „ sein 30 – jähriges Jubiläum auf der Messe feierte. Aber natürlich gab es auf der Messe eine Vielzahl an neuen Münzkreierungen, das muß so gesagt werden, zu sehen, zu bestaunen und teilweise auch zu kaufen. Nicht alle davon waren für den Geldbeutel der klassischen privaten Münzsammler bestimmt, gab es doch eine Preisspanne von 1 Euro bis über 100.000 Euro. Auch Deutschland hat auf der Münzmesse sein neues Prägeprogramm 2019 vorgestellt.

Neben den Klassikern wird es ab dem 19. April dieses Jahres die erste 10 Euro Münze mit Polymerring geben, so wie wir es nun im 4. Jahr von den 5 Euro Münzen gewohnt sind. Und wenn man bedenkt, das der erste Fünfer dieser Polymerserie inzwischen zum über 10-fachen Nennwert zum Verkauf steht, wird bei der Erstausgabe des 10ers sicherlich ähnliches passieren. Besucher am 1. Februar hatten zudem die Gelegenheit, den Gestalter der neuen 10 Euro Polymermünze, Herrn Andre Witting aus Berlin, am Stand der VfS, offizielle Verkaufsstelle der Sammlermünzen für Deutschland, zu sehen, kennenzulernen und eine Signierung zu bekommen.

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Auffallende Stände mit attraktiven Münzangeboten

Verschiedene offizielle Münzprägeanstalten boten zur Messe eine entsprechende Sonderausgabe von Münzen / Foldern usw. an, die in geringer Auflage eine bleibende Erinnerung und manchmal auch eine Wertanlage darstellen. So hat auch dieses Jahr die Dutch Mint einen Blister mit einem Euro Kursmünzensatz speziell zur Messe 2019 verausgabt. Auch die Royal Australian Mint hat sich dieses Jahr etwas besonderes ausgedacht: Mit der 1 $ Brezel Münze mit Auflage von 5000 Stück hat sie hier eine Besonderheit in Plastikcard geschaffen: Vorne das Bildnis der Queen Elisabeth II und Jahreszahl 2019, auf der Rückseite der Nennwert von 1 Dollar und Kängeruhs, dazu das besondere Prägezeichen einer Brezel.

Österreich als Ehrengast mit Almhütte
Originalgetreu gestaltet mit ...
... flotten jungen Damen am Infostand

Großes Thema weiterhin auf der Münzmesse sind die inzwischen hochdesignten und mit allerhand Applikationen versehenen Münzen, die wirklich schön anzusehen sind, hochwertige Colorationen, Edelsteine, Meteroriten aufweisen, als 3D Münze, Antique Finish oder Reliefmünze gefertigt sind oder auch rein gar nichts mit der klassischen Münze als flache Scheibe zu tun haben, inzwischen ist alles erlaubt was gefällt und wird alles gefertigt. Ob nun in Fischform, als Ei oder Kugel, Pyramide, Amphitheater Rom, Puzzlemünze, Herz oder Totenkopf, es gibt inzwischen nichts, was es nicht gibt. Erstmals haben wir auf der Messe ein Schachbrett mit Schachfiguren aus Silber gesehen, die tatsächlich auf ihrem Standfuß eine Währung aufwiesen.

Color und Gestaltung überzeugen
Auch Israel hat Münzbesonderheiten
WOW - Exclusives Stück in Optik

Dabei ist es natürlich schwer vorzustellen, das man in einem Geschäft des Landes mit einer Schachfigur, einem Ei oder einem Fisch eine Ware bezahlt, auch wenn uns Händler immer wieder beteuern, es sei echtes Zahlungsmittel. Bei diesen Münzen handelt es sich oftmals nicht um offizielle staatliche Ausgaben, sondern um Ausgaben von Prägestätten, die mit Lizenz des Landes bevollmächtigt sind, Münzen zu prägen. Es handelt sich daher zumeist um arme und/oder kleine Länder oder Inselgruppen. Insbesondere mit diesen Sondermünzen macht die Firma PiK Coins aus Nürnberg auf sich aufmerksam, die auf der Messe ihre einzigartigen Münzkollektionen ausgestellt hat, die dieses Merkmal der Einzigartigkeit und Schönheit zu Recht tragen.

Berge echt plastisch
Sehr wertig
Auch das ist eine Münze

Ebenfalls bemerkenswert und auffallend fanden wir die Sonderprägungen der „ Germania Mint „, eine Münzmanufaktur aus Henningsdorf, die auf der Messe Münzen mit DM – Werten präsentierte. Flagschiff auf der Messe war die Germania – Münzserie, die aus 5 verschiedenen Münzen besteht und deren Highlight eine Münze mit 6 unterschiedlichen Metallen ist, Auflagen je Münze nur 500 Stück, dazu jede Münze, jedes Zertifikat und die Schachtel bzw. Folder ebenfalls nummeriert. Grundmaterial jeder Münze ist reines Silber, dazu gibt es die Münze in Space Blau und Space Red Aufmachung, klassisch silber normal und polierte Platte oder eben die 6 Metall – Version. Nennwert jeder Münze 5 DM, aber ohne Zahlungswert.

Vorderseite Germania
Rückseite Germania
Keine Münze, aber trotzdem nett anzusehen

An einem anderen Stand wurden wir auf einen sogenannten Space Coin aufmerksam. An diesem 1 Mann Stand waren 3 Prototypen einer Münze aufgebaut, so wie sie wohl mal gestaltet und produziert werden soll. Wir haben uns dem Gespräch eines interessierten Distributors angeschlossen und folgendes mitbekommen: Der derzeitig Decron Club will sich zu einem Münzhersteller weiterentwickeln und sucht auf der Messe Distributoren für sein Vorhaben. Derzeit habe er 4 Distributoren weltweit. Der Club will den ersten Space Coin produzieren, die Materialien sollen zuerst ins All für eine bestimmte Zeit befördert werden, nach der Rückführung werden die Münzen produziert. Dabei sollen verschiedene Serien produziert werden.

Je nach Höhe, in der das Material befördert wird. Auf der Präsentation wurde eine Originalverpackung gezeigt: Die Münze und ein dazugehöriger Identifikationsschlüssel waren in einer silbernen undurchsichtigen Tüte eingeschweisst. Problem hierbei wird sein, das keiner eine originalverpackte Version der Münze weiterverkaufen kann, da man ja den Inhalt der Tüte nicht kennt und sehen kann: Macht man sie aber zur Kontrolle auf, ist die Originalverpackung weg. Sicherlich eine interessante Idee, die so nicht umsetzbar ist und einige Macken hat. Apropo Macken: Weder war es auf der originalen Webseite möglich, sich per Email für den Newsletter anzumelden, noch konnte man sich die geplante erste Münzserie anschauen, auch hier Fehler auf der Seite.

Diese Münze gibt es schon jetzt
Auch diese Münze können Sie kaufen
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Leider nimmt auch der Sektor der Münz- und Barrenfälschungen ein immer größeres Gebiet ein, insbesondere auf besonderen Onlineplattformen werden inzwischen angebliche Silber- und Goldmünzen, aber auch Barren, teilweise zu sensationellen Preisen angeboten, die sich dann später als maximal goldplattiert herausstellen, dies gilt auch für vergoldete Banknoten. Dabei schützt auch ein Aufdruck auf den Münzen mit der Angabe der Reinheit nicht. Wir haben uns mit 2 vermeintlich echten Goldobjekten, einer Münze und ein Barren, aufgemacht zu einem anerkannten Münzhändler Deutschlands, der auch in versch. Berufsverbänden ist, und ihn gefragt, welche Möglichkeiten ein Endverbraucher eigentlich hat, Fälschungen zu erkennen.

Neben des Feststellens der Dichte eines Materials durch einen einfachen „ Wassertest „ , ein Gewichtstest, Abriebtest oder ein optischer Abgleich mit Originalmünzbildern der Prägestätten hat ein normaler Käufer kaum die Möglichkeit, die Echtheit zu erkennen. Natürlich gibt es versch. Münzprüfgeräte, so wie von der Firma Goldanalytix aus Regensburg angeboten. Mit Hilfe dieser Gerätschaften unterschiedlicher Preisklasse kann man sicher die Echtzeit versch. Münzen / Barren feststellen, da die Prüfung teilweise bis zu 5 mm in das Material des Objekts reicht, die Goldplattierung von Fälschungen oft nur 1 mm, darunter, so der Münzexperte, findet sich häufig ein Kupferkern.

Garantiert echt, aber teuer
Auch echt, aber noch teurer
TOP Investment Objekt

Unseren „ echten „ Goldbarren einer Schweizer Bank erkannte er sodann sofort ohne Gerätschaften als Fälschung, da die Nummer nur gelasert, nicht geprägt sei. Bei unserer „ echten „ Münze aus Kanada mußte auch er zugeben, es sei eine gutgemachte Nachprägung, allerdings sei ein Symbol auf der Münze nicht korrekt. Doch wer weiß das schon ? Alles in Allem: Es ist als Laie schwer, Münzfälschungen ohne Hilfsmittel zu erkennen, der Kaufpreis alleine rechtfertigt nicht immer den Hinweis auf Echtheit, kauft man aber bei zertifizierten Händlern, die den gängigen Berufsverbänden angehören, kann man eigentlich immer sicher sein, echte Ware zu bekommen. Immer ?

Wir erinnern uns an einen Fall in Göttingen, bei den ein Verbraucher einer Bank diverse Goldmünzen verkauft hat und die Bank ohne die richtige Prüfung auch angekauft hat. Lange Zeit später kam heraus, das es Fälschungen waren. Stellen Sie sich aber vor, Sie hätten die Münzen von der Bank gekauft, natürlich als echte Münzen, und diese selber später weiterverkauft, und Sie wären aufgeflogen als vermeintlicher Betrüger. Wer hätte Ihnen denn geglaubt, wenn Sie behauptet hätten, genau diese Ware von einer Bank gekauft zu haben ?

Zum Abschluß gab uns der Händler, dessen Name wir hier bewußt verschwiegen haben, noch den dringenden Tipp, diese Fälschungen nicht öffentlich zu zeigen oder gar verkaufen zu wollen, das ziehe erhebliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich, auch wenn man die Objekte als Fälschung deklarieren würde. Würde ein Händler beim Verkauf mit Fälschungen auf der Messe erwischt, auch wenn er diese so angibt, würde er sowohl von der Messe verbannt und angezeigt. Aber das hatten wir ja ohnehin nicht vor.

Insgesamt waren auf der Messe 40 verschiedene staatliche Münzprägeanstalten anwesend, auch seltene Prägeanstalten wie Israel und Gibraltar gehörten dazu. Dazu gesellten sich diverse Händler, Verlage und Zubehörverkäufer, 2 der größten deutschen Münzdistributoren waren ebenfalls anwesend. Zum einen hatte die Firma Reppa einen Stand, auf dem gleich am ersten Tag eine Autogrammstunde / Gesprächsstunde mit Herrn Blum HSE 24 und Herrn Kohlberger Firma Reppa stattfand, doch offensichtlich aus Gründen, das Herr Reppa diesjährig aus Krankheitsgründen nicht persönlich anwesend sein konnte, war die Resonanz extrem dünn.

Herr Blum HSE 24 mit einem TV Zuschauer im Gespräch
Herr Kohlberger Firma Reppa stößt dazu
Das TOP Trio am Reppa Stand

Gelegenheit für uns, ein ausgiebiges Gespräch mit Herrn Blum, DEM Münzexperten des Shoppingsenders HSE 24, zu führen. Das gleiche Schicksal traf aber auch den Stand von Bernd Munzert, dem CEO von MCI International. Auch er war erkrankt und daher nicht zu sprechen. Damit konnte keiner rechnen, doch das kalte Wetter hat so manchen arg zugesetzt, angeblich wurde Herr Munzert am Samstag erwartet.

Was gab es denn sonst noch so ? Ach ja, Sie konnten es ja schon aus unserer Kurzüberschrift aus ersehen: Die 0 – Euro – Scheine scheinen ein neues großes Sammelgebiet zu werden. Was vor ca. 2 Jahren begonnen hat, hat sich zu einem großen Sammelgebiet gemausert, das allerdings nicht mehr komplett gesammelt werden kann. Inzwischen haben sich viele Privatinstitutionen entschlossen, für Ihr Geschäft / Betrieb eine Sonder 0 Euro Note prägen zu lassen, auch tauchen die ersten personalisierten Scheine auf. Nicht nur das es inzwischen einen eigens herausgebrachten Katalog mit Bewertung der 0 Euro Scheine gibt; ebenso wie ein offizielles Sammelalbum.

Münze rein, Schein raus

Es gab einen 0 Euroschein Stand, an dem diverse Automaten aufgebaut waren, die für 2 Euro jeweils einen 0 Euro Schein mit einem bestimmten Motiv ausgeworfen hat; Grund genug für einige Händler, mit Rollen von 2 Euro – Münzen an diesen Automaten die Scheine am Fließband zu ziehen um diese später gewinnbringend verkaufen zu können. Das Ergebnis: Leere Automaten für die Endkunden.

Riesengroß aber nicht käuflich der Barren
Eine Besonderheit aus Gold
Merkmale: 9 Exemplare, Wert über 100.000 Euro

Jeder Bericht hat auch mal sein Ende, es könnten durchaus noch 5 Seiten mehr sein, alles weitere erfahren Sie (hoffentlich) zeitnah auf der offiziellen Webseite des Veranstalters: www.worldmoneyfair.de. Und aufgepasst: In 2 Jahren findet ein großes Jubiläum statt; 50 Jahre World Money Fair in Berlin. Wer will da nicht dabei sein, wer will da nicht Ehrengast sein ? Lassen Sie sich überraschen. Und sparen Sie schon jetzt für die Messe, denn Sie können davon ausgehen, das fast jede Prägeanstalt eine Jubiläumsausgabe parat hat.

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