Freitag, 13.12.2019 04:28 Uhr

Medienpartnerschaft HSV NDR Gebührengelder ja oder nein

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Hamburg, 24.07.2019, 21:51 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 5680x gelesen
Das HSV Volksparkstadion Hamburg
Das HSV Volksparkstadion Hamburg  Bild: kressWebdesign / www.pixelio.de

Hamburg [ENA] Partnerschaft perfekt: Heute ging es durch den Ticker – Der HSV, der bekannte Fussballclub des Nordens, hat einen namenhaften Medienpartner und indirekt auch Sponsor gefunden. Damit ist die Saison 2019 / 2020 schon mal medial in Sachen TV Übertragung gesichert.

Eigentlich wollte der HSV ja in der kommenden Saison wieder in der 1. Bundesliga spielen, das sah nach der Hinrunde in der 2. Bundesliga in der Tabelle auch so aus, aber dann wie schon in den letzten Jahren der sportliche Abfall, so das es schließlich nichts mit dem Aufstieg wurde. Um aber Gelder zu generieren, unter anderem für Rückzahlungen an den Hauptsponsor, wurden sogenannte Anleihen mit sagenhaften 6 % Verzinsung angeboten, insgesamt für 20 Millionen, gestückelt in 100 Euro Chargen. Schließlich hat auch ein anderer Hauptsponsor, der Media Markt mit Sitz in Ingolstadt, offensichtlich einen Rückzieher gemacht.

Wichtige Gelder fehlen, da kommt eine Vereinbarung der Kooperation in Sachen Medien gerade recht.Klar, der Sender des Norden will jetzt die Mannschaft des Nordens zeigen, der NDR2 unterzeichnete erst einmal für die Saison 2019/2020. Vertragspartner dabei sind der HSV Fußball AG und der NDR Media GmbH, der Werbetochter des NDR. Unweigerlich kommt einem bei diesem Deal doch eines hoch: Moment mal, der NDR ist doch öffentlich rechtlich, wird bezahlt durch die Gebühren der Bürger, genannt Rundfunkbeitrag. Zahlt inzwischen jeder, egal ob man einen PC, Fernseher, Handy, Tablet, nur ein Radio oder auch gar nichts davon besitzt. Die personelle Existenz reicht aus.

Interessant dann aber der Hinweis es NDR, die Zusammenarbeit würde natürlich nicht aus Mitteln des Rundfunkbeitrags, sondern aus Werbeeinnahmen bezahlt. Äh, Moment: Also der NDR bekommt Gelder aus dem Topf des Rundfunkbeitrags. Ohne diese Gelder wäre er ja quasi nicht existent, finanziert mit diesem Geld, wie es ja immer angepriesen wird, gutes TV und Radioprogramm. Und weil das ja so gut ist, kommen Werbepartner zum NDR. Diese bescheren dem NDR Einnahmen, und diese sind es dann, die als Sponsorengelder verwendet werden.

Sind denn nicht die Einnahmen des NDR dazu gedacht, um die Programmvielfalt, das Kaufen von Übertragungsrechten von z. B. Sportsendungen, Spielfilmen u.a. oder auch Dokumentationen zu finanzieren oder auch Veranstaltungen wie der NDR Soundcheck in Göttingen, der aufgrund der Logistik, vielen Künstlern, Mitarbeiter usw. große Geldsummen verschlingt, mitzufinanzieren ? Sicherlich ist das Geld nicht dazu gedacht, einseitige Sponsorentätigkeiten zu bezahlen. Der NDR wird z.B. auf Werbeflächen im Volksparkstadion sichtbar sein, die HSV Stiftung „ Der einsame Weg „ unterstützen und eine Fanshow ab dem 1. Spieltag etablieren.

Damit eines klar ist: Es geht nicht darum, das der NDR sich nicht engagieren soll für einen Fussballclub, aber das Geld dazu fällt eben nicht vom Himmel sondern wurde aus Gebührengeldern erwirtschaftet. Wenn denn offensichtlich soviel Geld da ist, dann sollten führende Köpfe aus dem öffentlich rechtlichen Bereich nicht damit drohen, man könne das öffentlich rechtliche Qualitätsprogramm nicht verbessern und müsse womöglich das Ausstrahlungsniveau senken, wenn die Höhe der Gebühren nicht mindestens gleich bleibt, eigentlich aber sogar steigen sollte.

Das passt dann rein gar nicht. Und die „ Sonderzahlungen „ an den NDR in Sachen Soundcheck Göttingen zeigen ja auch, das das Geld doch nicht in so reichhaltigem Überfluss vorhanden ist oder eben offensichtlich falsch kanalisiert wird.

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