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Gastronomie wieder im Jammertal wegen 19 % 21.11.2023

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Bundesweit, 21.11.2023, 01:00 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 2952x gelesen
Die Gastronomie fühlt sich mal wieder von der Bundesregierung im Stich gelassen
Die Gastronomie fühlt sich mal wieder von der Bundesregierung im Stich gelassen  Bild: NoName13 / Pixabay.de

Bundesweit [ENA] Und wieder geht das große Gastronomiejammern in die nächste Runde; das kennen wir ja schon seit der Coronazeit. Keine Umsätze, die Steuern zu hoch, dann zu hohe Kosten, keine Leute mehr und und und. Die Liste ist lang und durchgängig. Und jetzt das neue Desaster.

Was eigentlich schon zu Beginn der Steuersenkung auf 7 % klar war: Das dieses Entgegenkommen der Bundesregierung keine dauerhafte Reduzierung sein würde. Dazu haben die Gastronomiebetriebe schon seit der Corona Pandemie so einiges an Unterstützung und Hilfen bekommen, haben die schon wieder vergessen. Oder anders gesagt: Man gewöhnt sich daran, wenn andere die Zeche zahlen, in diesem Fall die Kunden und der Staat. Denn hat hier auch nur einer gemerkt, das aufgrund der Steuersenkung auf 7 % die Preise gefallen sind ? Nein, denn die armen Gastronomen hatten ja mit Umsatzausfällen und Kostenerhöhungen zu tun.

. Zweite Frage: Hat auch nur einer gemerkt, das die Preise wenigstens durch die Steuersenkung stabil geblieben sind ? Nein, auch nicht, die sind drastisch angestiegen, und zwar weit über sämtliche angeblichen Inflationssätze. Und jetzt, wo ja keine Steuererhöhung ansteht, was immer behauptet wird, sondern die Steuer wieder auf den normalen Satz gebracht wird, drohen die Betriebe wieder mit Preiserhöhungen von 10 – 12 %. Und heulen sich schon einmal aus, das ja bis zu 40 % der Betriebe nächstes Jahr in Konkurs gehen werden, weil ja die ganzen Gäste ausbleiben. Einer der Chefankläger der Bundesregierung in diesen Tagen ist Frank Rosin, der mit seinem Rettungsfernsehen für Gastronomiebetriebe im TV bekannt ist.

Er hat ein minutenlanges TikTok Video hochgeladen, wo er mal so richtig ablästert: Eine Katastrophe wäre die Erhöhung zum 01.01.2024. Das ganze hätte keine Basis, keine Ziele, keine Hoffnung für die Zukunft. Er wäre seit 33 Jahren Gastronom mit Unternehmen, wer soll sich das denn noch leisten können ? 30 – 40 % der Betriebe werden pleite gehen. Soweit aus dem Inhalt des Videos. Tja, Herr Rosin, das heisst für die Gastronomiebetriebe, nicht mehr Gelder in die eigene Tasche stecken sondern wieder wirtschaftlich wirtschaften. Das Ganze hat eine Basis, nämlich, wieder die regulären Bedingungen herzustellen, und das Ganze hat auch Ziele, nämlich Subventionen, was das war, wieder wie geplant abzubauen.

Und wenn ein Gastronomiebetrieb wegen der Herstellung des Normalzustandes keine Hoffnung mehr sieht, dann entweder von Rosin retten lassen oder zusperren. Auch der Hotel – und Gaststättenverband bläst in das gleiche Horn, redet jetzt schon von Jobverlusten, dramatischen Umsatzeinbrüchen und Betriebsaufgaben. Was weder Herr Rosin noch DEHOGA sagt: Die Unternehmen sind in der Regel berechtigt, einen sogenannten Vorsteuerabzug vorzunehmen. Was bedeutet das ? Ein Unternehmen, in diesem Fall ein Gastronom, kauft Produkte wie Fleisch, Gemüse etc. für seine Küche ein und erhält eine Rechnung, auf der sich die Positionen Nettobetrag jedes Produktes, die Umsatzsteuer und der daraus errechnete Bruttobetrag ausgewiesen sind.

Der Unternehmer muss zwar die gesamte Rechnung, also den Bruttobetrag, bezahlen, die Umsatzsteuer darf er sich aber vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Die Umsatzsteuer nennt sich daher „ durchlaufender Posten. Also von wegen die Kosten steigen an, wir müssen die Gäste mit höheren Preisen belasten. Alles Käse. Das ist der eine Punkt. Aber es geht ja noch weiter. Jeder, der als Privatperson schon mal eine Steuererklärung, eine Einkommenssteuererklärung gemacht hat, kann nach der Grundtabelle oder auch beim Steuerberater schonmal prüfen lassen, mit welchem Ergebnis das Ganze ausgeht. Gehen wir mal davon aus, das sich ergibt, sie haben zu wenig Steuern bezahlt, sie würden nachzahlen müssen. Was ist deshalb in der Steuererklärung vorhanden ?

Klar, all die Ausgaben wie Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, Gewerkschaftskosten, manche Spenden, Werbungskosten usw. die geltend gemacht werden als Kosten, die gegen ihre theoretische Nachzahlung gerechnet werden. Diese wird geringer und im günstigsten Fall bekommen sie plötzlich etwas ausgezahlt. Und was macht ein Unternehmer ? Auch der rechnet seine Energiekosten, Personalkosten, Betriebskosten was weiß ich nicht was noch gegen seinen möglichen Gewinn und deren Besteuerung und muß deshalb weniger, gar nichts zahlen oder bekommt sogar noch was raus. Seine Kosten werden also in großem Maße von der Allgemeinheit getragen. Und da die EU ja mal ein so schönes Gesetz erlassen hat.

Und zwar das ein Unternehmen Gewinne / Verluste in anderen Ländern in einem Land verrechnen kann, was natürlich insbesondere große Unternehmen, die europaweit oder weltweit agieren, betrifft, können diese Firmen Verluste in einem Land gegen Gewinne in einem anderen Land gegenrechnen. Das machen viele Unternehmen gerne in Deutschland, weil hier die Steuerlasten ja hoch sind. Also nochmal: Gejammer auf hohem Niveau, und der einzige, der wirklich einen Grund hätte, zu jammern, weil er sich gegen keine Kostenart und Preisgestaltung der Gastronomie wehren kann, ist der Bürger; der kann Energiepreise, Heizungspreise, Lebensmittelpreise nicht irgendwo verrechnen.

Aber zahlt oft doppelt, einmal für gestiegene Kosten im eigenen Haushalt und einmal für die, die andere den Bürgern einfach aufbrummen. Doch halt: Auch der Bürger kann sich wehren: So wie jeder Bürger allzu dreiste Preissteigerungen im Einzelhandel durch Nichtkauf bestrafen kann, muß ja kein Gastronomiebetrieb besucht werden, der meint, einfach alle Kosten den Gästen aufzubrummen. Mal nachdenken.

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