Freitag, 19.04.2024 14:57 Uhr

Küchenschlacht im ZDF mit Mauschelei ? Update 20.02.2024

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 20.02.2024, 16:58 Uhr
Presse-Ressort von: Uwe Hildebrandt Bericht 6913x gelesen
Dieser Burger hätte auf jeden Fall gute Gewinnchancen
Dieser Burger hätte auf jeden Fall gute Gewinnchancen  Bild: Sylwester Lukaszone / Pixabay.de

Göttingen [ENA] Seit 14. Januar 2008 flimmert die Sendung über den Bildschirm, 5x die Woche startet sie mit 6 Kandidaten, jeden Tag wird es einer weniger. Denn es handelt sich um eine Art Kochduell, wo Hobbyköche ihre Künste zum Besten geben müssen, ein Juror bewertet später die Leistung.

Update 20.02.2024: Sollte sich mein Verdacht nun doch bestätigt haben ? Ungewollt kommt die Küchenschlacht Sendung vom 19.02.2024 mir zur Hilfe. Wir erinnern uns: Die Produktionsfirma hatte behauptet, der Juror sei während der Aufzeichnung NICHT anwesend und könnte auch nicht sehen, wer welches Gericht kochen würde. Dagegen spricht die Aussage eines Kochkandidaten, der diese Woche in der Championsrunde dabei ist und natürlich schon einmal eine Woche lang jeden Tag anwesend war; er müßte also die Gegebenheiten genau kennen. Darüber werden die Kandidaten sicherlich aufgeklärt.

Umso mehr wundert mich dann seine Aussage, als er von dem Moderationskoch gefragt wird, ob denn sein Gericht gelungen sei und wie er es einschätzt. Erst will er nicht mit einem Fehler, der ihm offensichtlich unterlaufen ist, rausrücken. Dann seine Bemerkung: Ich hoffe mal nicht, das gerade die Jurorin zuhört- und erklärt das Problem. Wie aber kann die Jurorin überhaupt in Verdacht kommen, zuhören zu können wenn sie gar nicht anwesend ist während der Aufzeichnung ?

Das Prinzip der Sendung ist einfach: Früher in 30 Minuten, jetzt in 35 Minuten, müssen Hobbyköche nach einer vorgegebenen Thematik ein Essen zaubern, sei es eine Vorspeise, eine Hauptspeise, vorgegebene Zutaten, Thema Vegan und anderes mehr. Dazu haben sie i.d.R. die vorgegebene Zeit, in der das Essen auf dem Jurortisch serviert werden muß. Der Juror wechselt jeden Tag, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich. Bei der späteren Bewertung der Leistung kommt es natürlich auf den Geschmack an, die richtige Würze, der richtige Garpunkt, saubere Zubereitung, heisst z.B. gleichmäßig geschnittene Kartoffelwürfel whatever.

Dazu kommt die Optik auf dem Teller, und als letzter Punkt zählt die Komplexität des Gerichtes. Ein einfacher Griesbrei kann in 10 Minuten serviert werden, eine Schweinelende mit gemischten Salat und Kartoffelecken dauert da sicherlich deutlich länger. Von den Montag startenden 6 Kandidaten wird nun jeden Tag ein Gericht vom Juror abgewählt, dieser Kandidat ist am nächsten Tag nicht mehr dabei. So reduziert sich das Teilnehmerfeld bis zum Freitag auf 2 Personen, dann fällt die Entscheidung für den Wochensieger, der in eine Championrunde einzieht, wo sich alle Wochensieger zum Duell treffen. Soweit alles klar.

Was mich in den Sendungen immer gewundert hat, ist die Tatsache, das während der Kochzeit immer mal wieder der Juror eingeblendet wird, der sich zu einzelnen Koch-/Gar-/Dünst-/Würzvorgängen der Kandidaten äußert und auf Gefahren oder mögliche Fallstricke hinweist. Oder auch mal einen Vorgang, den er so nicht kennt, als gewagt, gelungen oder als ganz neue Idee betitelt. Ist die Kochzeit dann fast abgelaufen, kommt ein 2 Minuten Countdown, in der letzte Handgriffe erfolgen sollen und der Teller vor Ablauf auf dem Tisch serviert werden soll. Das war in früheren Sendungen auch strikt so. Inzwischen ist das Ganze kameratechnisch ein wenig verschleiert.

Die Zuschauer können live am Bildschirm die letzten 10 Sekunden beobachten und sehen dann, ein Kandidat ist gerade dabei, seinen Braten noch aus dem Ofen zu holen, und dann ist die Zeit schon rum. Dann erfolgt eine kurze Zwischeneinblendung und wieder das Livebild. Wie durch Zauberhand sind in den letzten 5 Sekunden alle am Tisch gewesen, haben die Teller platziert und vorher noch letzte Handgriffe getätigt. In Wirklichkeit vergeht im Studio deutlich mehr Zeit nach Ablauf des Countdowns, der aber für die Zuschauer nicht sichtbar ist und weggeschnitten wird. Aber das ist nicht das einzige Mysterium der Sendung.

Der Juror betritt seinen Platz, lobt erst einmal alle Gerichte und beginnt zu testen. Hier und da fragt er dann plötzlich: Das wurde blanchiert, das wurde mit Brühe übergossen usw. usw. Ebenso kommt desöfteren die Aussage: Ich weiß ja nicht wer das Gericht gekocht hat aber derjenige… Wie, der Juror weiß nicht wer was gekocht hat ? Wieso kann er dann während des Kochvorgangs Bemerkungen zu aktuellen Kochszenen machen, wenn er nichts sieht ? Wieso tut er hinterher so ahnungslos und weiß nix über die Zubereitungen, wenn er genauso viel mitbekommt wie jeder Zuschauer, die wissen doch auch die Zubereitungen ?

Das gibt mir den Anlass, der Sache auf den Grund zu gehen, das kommt mir komisch vor, hier stimmt was nicht. Ich rufe den ZDF Zuschauerservice an und möchte eine Frage zur Küchenschlacht loswerden. Sehr gerne, so die Antwort von gegenüber. Ich erkläre ihm die Situation, von wegen der Juror bekommt nix mit macht aber Bemerkungen zu Kochvorgängen. Jetzt die erstaunliche Antwort: Das hätte ich aber gut beobachtet, er gibt das gerne an die Redaktion der Sendung weiter: Natürlich würde der Juror in der Sendung alles sehen. UUpps, warum dann die Geheimniskrämerei von wegen: Ich weiß nicht wer das gekocht hat, ich weiß nicht was für Zutaten verwendet wurden ? Ich frage auch bei der zuständigen Produktionsfirma Fernsehmacher in Hamburg nach.

Dort bekomme ich eine andere Information: Die Sendung werde aufgezeichnet, der Juror sitze in einem anderen Raum, habe dort keinen Monitor und wisse definitiv nicht, wer was gekocht habe, das würde hinterher zusammengeschnitten. Okay, könnte so sein, das würde aber bedeuten, man spielt ihm nach der Aufzeichnung der Sendung den gesamten Kochvorgang vor, damit seine im Nachhinein gemachten Kommentare zum bereits abgeschlossenen Kochvorgang passend eingespielt werden können, wenn die Szene im Kochvorgang kommt. Das wiederum heisst, die aufgezeichnete Beurteilung der Gerichte ist VOR der Sichtung des Kochvorgangs, wo dann seine Kommentare aufgenommen und passend eingespielt werden, abgelaufen.

Im übrigen ist das heute in vielen Sendeformaten gang und gebe, ohne das die Zuschauer das merken oder darauf aufmerksam gemacht werden. Die sollen einfach Spaß an der Sendung haben und denken bei einem Format wie „ Das Supertalent „, die Akteure sind an dem Tag wirklich alle so hintereinander aufgetreten. Weit gefehlt, die werden von versch. Auftrittsorten nach bestimmten Kriterien zusammengeschnitten zu einem Tag oder haben sie sich noch nie gewundert warum manche Juroren nach Beendigung eines Acts und dem Aufruf des nächsten plötzlich andere Kleidung anhaben, innerhalb der 2 Stunden Sendung sich quasi 5x umziehen, aber zwischendrin wieder mal das Gleiche wie zu Beginn anhaben ? Solche Zuschauer wie ich sind wenig erwünscht.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.